2022: unbequeme Fragen stellen

 

Die vergangenen zwei Jahre waren geprägt durch die Pandemie. Es gibt für uns Menschen eine Obergrenze, was Intensität und Geschwindigkeit von Veränderungen und Unvorhergesehenem betrifft. Durch die Pandemie wurde diese deutlich überschritten und bedeutet eine Belastungsprobe für Familien, für die Demokratie und für unsere Gesellschaft.

Sowohl die Impfgegner als auch die Impfbefürworter fühlen sich auf der richtigen und wahren Seite. Beide versuchen, recht zu behalten und dem anderen unrecht zu geben. Wenn wir im gleichen Stil fortfahren, befinden wir uns schlussendlich alle in der Depression: Die Ungeimpften fühlen sich durch die Vorgaben der Politik in ihrer Freiheit eingeschränkt und wehren sich gegen den Zwang, der ihnen auferlegt wird. Bei den Geimpften steigt der Ärger, weil wegen Ungeimpften, welche die Intensivstationen füllen, die Massnahmen wieder verschärft werden. Die gegenseitige Toleranz sinkt und die Wut steigt zunehmend. Es ist eine Radikalisierung im Gang, die an den Grundfesten von Familien, der Demokratie und der Gesellschaft rüttelt. Scheinbar endet der eingeschlagene Weg in einer Sackgasse.

Höchste Zeit, dass wir alle einen Schritt zurücktreten, bevor noch mehr Geschirr zerschlagen wird. Wir sollten uns wieder vermehrt überlegen, was uns wichtig ist und wofür wir uns gemeinsam, Geimpfte und Ungeimpfte, einsetzen können: Für eine Familie, die im Gespräch bleibt, für die direkte Demokratie und für eine Gesellschaft, welche auf Gemeinsinn und Freiheit basiert. Damit das gelingt, braucht es Bürgerinnen und Bürger, die aus der Komfortzone heraustreten und sich unbequemen Fragen stellen, welche geltende Normen reflektieren und allenfalls auch Systembrüche in Kauf nehmen.

Dafür werde ich mich im Jahr 2022 einsetzen und ich hoffe, dass möglichst viele es mir gleichtun.